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The Trip Out 2026
The Trip Out 2026

The Trip Out 2026

Anwesend: die Meyer Dancers. Abwesend: Regen. Und Öldruck.

Den traditionellen Ausflug auf die linke Straßenseite als Standardaufenthaltszone spulte die gute alte Shovel geschmeidig ab - bis rund 70 Kilometer vor der heimischen Garage. Da plötzlich vernebelte eine beeindruckende weiße Qualmwolke den Blick auf die nachfolgenden Autoscheinwerfer. Das nervös zuckende rote Licht auf dem übersichtlichen Dashboard bestätigte, was der Rückspiegel grade nebulös angedeutet hatte: Ooopsi, Öl und Öldruck sagen „Tschüss!“

Grade mal 48 Stunden vorher: Die Schaufelbeköpfte schlängelte sich grazil um diverse Regengüsse, durch das entzückende Kent und das zauberhafte East Anglia, um schliesslich auf dem wie seit Jahrhunderten vor sich hin idyllenden Euston Park auszurollen. 900 Kilometer LKW-Rücklichter und das übliche Fährgeschaukel waren mit dem ersten Blick auf „The Trip Out“ weggefegt: hunderte von Zelten bebunteten das sanft geschwungene Grün, Groß- und Langhuber in biblischer Vielzahl klöterten, bollerten und bratzelten den Soundtrack zum Zeltaufbau in gleißender Sonne.

Und so nahm dieser Love-Peace-Musik-und-alte-Eisen-Trip seinen unvergleichlichen Lauf:

Jeder Meter Schlenderei gespickt mit alten und neuen Bekannten, diversen „Hello, how are you“ Bieren, kinnladengelenkgefährdenden Choppern und kulinarischen Feststoff-Angeboten, die den weitgereisten Körper stabilisieren für das, was The Trip Out von allen anderen Motorradtreffen laut und deutlich, also vor allem laut abhebt: die Bands. Naja, und die Meyer Dancers.

Und dann einfach diese unglaubliche jährliche Ansammlung von einzigartigen Maschinen, die meilenweit über Asphalt gescheucht wurden, Harleys, Triumphs, BSAs, Indians, (sogar eine Nimbus war zu bewundern), manche nur vom Glauben des Besitzers zusammengehalten, andere Zeugen für preisverdächtige Akribie und Kunstfertigkeit. Würdig beschallt wird das Ganze aus dem Hauptzelt, von Bands, deren Musik wild wie die Chopper durch ausgefallene Styles kachelt, betörend betanzt von den Meyer Dancers.

Zusammen mit dem irren Merchandise, dem Swap Meet,

den wunderbaren Leuten, der Chill-Out-Lounge, dem Bike-Show-Zelt und dem traumhaften Park, der so viel Platz bietet, ist The Trip Out ein hochverdichtetes Chopper-Musik-Kultur-Gemisch, das einmal im Jahr ein Wochenende zündet, nach dem man süchtig werden kann.

Da könnte man fast damit leben, dass die Shovel auf dem Heimweg ihr kochendes Motoröl nachts auf die Straße schlonzt. Aber das ist eine ganz andere Geschichte...

Bis nächstes Jahr, beim Trip Out.