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El Diablo Run, San Felipe, Mexiko

Wer uns eine Weile kennt oder ab und zu in unseren digitalen Gefilden herumhängt, weiss, dass wir immer wieder „Testfahrten“ unternehmen, die dann gerne mal auf einem Boot an der Südspitze Argentiniens enden, im tanktiefen Schlamm von Panama, auf einer zugefrorenen Meeresbucht jenseits des Polarkreises oder an der Wiege des Daiquiri auf Kuba.

Wurde Zeit, dass wir ein neues Kapitel der Testfahrten eröffnen: ein paar Jungs unserer Wrecking Crew machen sich mit unserer Panamericana Panhead und der scramblerizierten PanAm-Sportster von San Diego, USA, auf zum diesjährigen El Diablo Run. Getestet werden Bates Baja Reifen und PanAm Schmiermittel.

Was zur Hölle...

El Diablo Run, der Teufelsritt, ist verkürzt gesagt ein ausgedehntes Wochenende, an dem ein Haufen Freunde „alter, in der eigenen Butze modifizierter Motorräder“ von Kalifornien aus ein paar Meilen nach Baja California, Mexiko reinbrät: genauer von Temecula, USA nach San Felipe, Mexiko. Macht auf dem Papier bisschen mehr als 250 Meilen, aaaaber: in Mexiko ticken nicht nur die Uhren anders, auch die Tachos. Ja, die Tacos auch. In San Felipe gibts dann ein bisschen Party plus Fahrspielchen plus Bike Show plus wasauchimmer.

Unser Plan ist: von San Diego nach San Felipe fahren, ankommen, Spaß haben, zurückkommen. Alles andere ergibt sich. Und da müssen Reifen und Öl eben mithalten - so ist das nun mal auf einer Testfahrt. Hinterher weiss man mehr. In dem Sinn: Tommy, Chris, Thomas: ¡ÁNDALE!

Auch der Teufel hat mal klein angefangen.

Ok, unser Testfahrt-Plan steht und klingt erstmal eher wenig höllisch: wir bringen die Bates Baja Reifen dahin, wo der Name herkommt und die diversen PanAm Stoffe transportieren wir in den Gedärmen der Mopeds durch das hitzflimmernde PANorAMa der nordmexikanischen Kakteenzone.

(Schon klar, PanAm kommt von Panamericana, der Mutter aller Straße, aber die läuft etwas weiter östlich.)

Wie auch immer, wir kickstarten das Ganze in Ocean Beach, San Diego. Hier lässt sich gut surfen, fischen, abhängen – eine echt nette Hippie-Ecke am Pazifik, in der sich’s auch noch nachts gut trinken und am Morgen danach gut frühstücken lässt. Noch ein bisschen Neid gefällig? Für jeden gibts eine Portion Huevos Rancheros, 750 cubic Kaffe und dann auf die Ponies in Richtung Süden.

Nächste Station auf unserem Test-Ritt nach San Felipe: Calexico/ Mexicali. Tommy auf der guten alten, dschungel- und flattrack erprobten PanAmericana Panhead und Chris auf dem PanAm Spormbler bzw. Scrambster.

Die Straßen sind astrein,

die 250 km spulen sich gepflegt runter, Mehr Stress hat da schon das innermopedistische Temperaturmanagement: Wir starten bei 15°C Aussentemperatur, die sich dann hochschraubt auf 35°C

Natürlich nutzen wir erfrischende Umwege durchs Gebirge, d.h. gediegene Kurven für die Reifen, niedrige Gänge und erhöhte Drehzahlen fürs Öl. Und auch die Piloten selbst werden getestet: El Paso Taco Shop. Testergebnis: teuflisch gute Tacos. Wer also mal in der Gegend ist: hin!

Nach dem Gebirge bolzen wir noch ein paar lange gerade Meilen durch ein bisschen Wüste und haste nicht gesehen (= hasta la vista): Ortsschild Calexico.

Kein schlechter erster Testtag. Der wird gleich mal gefeiert – mal testen, was da Calexico zu bieten hat.

1. und einziger Tagesordnungspunkt:

Gefrühstückt wird in Mexico.

Raus aus den USA kein Problem. Kurzer Stopp in Mexicali. Plangemäße Einkehr in einer Snackbude am Strassenrand, wo sich Huhn und Hund „¡Mañana!“ sagen.

Dann Sprit-Vorräte auffüllen: die nächsten 100 Meilen sind zapfstellenfrei - und das mit Sportstertank, na, Sie wissen ja…

Ab in die Wüste,

eine wie aus dem Bestellkatalog für höllische Motorradfilmkulissen: Berge, Steinöde, Sandwüste, Salzseen und ansonsten lange Geraden. Ein klasse Ritt mit kurzen Unterbrechungen: 1 mal Benzin und 2 mal kaltes Bier.

Aber was ist mit der Panhead los? Seltsame Geräusche aus dem Kurbelgehäuse. Läuft zwar wie am Schnürchen, aber es klappert und rauscht. Also ab jetzt weniger Augen für die Landschaft, mehr Ohren für die Maschine.

Wir schaffen es nach San Felipe kompletto ohne Problemos.

Die Pan kann abkühlen, während wir uns mit Kaltgetränken und feurigen Fisch-Tortillas auf Party Temperatur bringen. Kurzer Kick an der Pan: sie läuft als sei nie was gewesen. Der Abend gehört uns.

San Felipe füllt sich, es gibt viel zu gucken, das könnte ein netter Wochenend-Ausflug... äh... herausfordernder Testritt für Mensch und Maschine werden.

Renntag!

Nachdem die Nacht hauptsächlich mit dem Verteilen von einheimischen Schmiermitteln auf die eigenen Innereien verbracht wurde, gestaltete sich der Morgen in etwa so dynamisch wie ein Mofa mit verklebtem Vergaser. Logische Konsequenz, also logisch im Sinne der Gesamtveranstaltung: Rennen fahren.

Vielleicht erstmal ein Slow Race, 2 auf dem Chopper, Frau fährt, Mann hinten auf dem P-Pad. So langsam wie möglich, wer den Fuß absetzt, ist raus.

Und dann gab's noch den

Schwebebalken-Wettbewerb:einfach

gradeaus die Holzplanke runterbrettern. Oder das Kickstart-Rennen: Kiste ankicken und eine Runde auf dem Oval.

Deutlicher wilder geht es danach auf dem „Circle fo Death“ zu: hemmungsloses Geheize im Sandoval, es geht um nichts und alle fahren, als wäre es die letzte Prüfung, die sie vor der Hölle rettet.

Sehr zum Vergnügen der Zuschauer, die dem Teufel Alkohol noch eine Chance geben. So steigt der Spaßfaktor mit jeder Runde und mit den Temperaturen.

Da wird es heute abend einiges zu plaudern geben.¡Salud!